Hui, die Spielergemeinschaft kann sich tatsächlich wehren. Zuerst schreibt Electronic Arts einen offenen Brief an Fox, in dem auf alle Fehler und unbegründete Angriffe des Senders eingegangen wird, mitsamt dem netten Vermerk…

This isn’t a legal threat; it’s an appeal to your sense of fairness. We’re asking FNC to correct the record on Mass Effect.

Die Frage ist natürlich, wie FOX reagiert. Im besten Falle könnte immer noch eine Klage daraus werden.

Auch die Spielerschaft selbst schlägt zurück, und kritisiert die “Psychologin” Cooper Lawrence, die - ohne es je auch nur gespielt zu haben - Mass Effect als geistigen Schund hingestellt hat. Als passende Antwort darauf wurde ihr Buch auf Amazon von unzähligen Spielern “kritisiert” - meist mit dem Vermerk, daß der oder die jeweilige Kritiker/in das Buch auch vorher nicht gelesen hat.

Amazon hat bereits fleissig 1-Sterne-Reviews gelöscht - trotzdem kommen immer neue.

Auch interessant, womit Kunden das Buch und dessen Autorin jetzt in Verbindung bringen:

Was lernen wir daraus? Öffentlich über etwas lästern, wovon man keine Ahnung hat, bringt nichts als Schande.

Wieder zurück von der Schwertküste. Der König der Schatten ist nach langer Schlacht besiegt, jetzt geht’s nach einer kurzen Pause gleich mit Mask of the Betrayer weiter - schliesslich möchte ich das auch durchzocken, bevor Mysteries of Westgate erhältlich ist.
Selbiges kommt nämlichst von den Ossian Studios, die schon das beste Addon für Neverwinter Nights 1 (Darkness over Daggerford) gemacht haben - das dann gratis zum Download bereit stand. Das war so gut, daß ich ein Mail an das Studio geschickt hab, ob ich ihnen nicht Geld dafür geben könnte - was sie abgelehnt haben(!).

Trotz vorheriger Skepsis habe ich mir gestern noch das Buch zu Mass Effect gekauft - digital natürlich, und nicht ohne vorher die Demo zu lesen. Der Anfang klingt schon mal schön detailliert und interessant - wie man’s vom Spiel gewohnt ist. Spielt außerdem vor der Story des Spiels, und dreht sich um Captain David Anderson, der schon vor dem Spieler heimlich zum Spectre werden sollte oder wurde oder so. Auf jeden Fall interessant wenn man das Spiel mag.

Am 23. Februar ist übrigens Monkey Island Revival in Wien, gleich in der Nähe meiner Arbeit. Ich glaub’, da müssma hin. Wer mitkommen möchte schicke mir ein Mehl.

In Amerika drehen gerade alle möglichen Anti-Videospiel-Fanatiker wegen Mass Effect durch. Letzte geniale Aussagen von einem amerikanischen Kolumnisten:

…it allows its players … to engage in the most realistic sex acts ever conceived. One can custom design the shape, form, bodies, race, hair style, breast size of the images they wish to “engage”…
Ahja. Eigentlich kann man nur das Gesicht, die Hautfarbe und die Haare anpassen. Oh, und das Geschlecht.

…and then watch … as the video game “persons” hump in every form, format, multiple, gender-oriented possibility they can think of.
Exakt! Nur muß man vorher ca. 30h lang versuchen die Galaxie zu retten. Und es ist eigentlich nur eine kurze Szene. Und es wird eigentlich nur angedeutet was passiert. Und es gibt keinen wirklichen Einfluss auf den “Ablauf” der Szene.

Starting with the disgusting idea that one can “create” their own versions of what people look like…
Natürlich eine schlimme Idee, daß ein Spieler die Möglichkeit hat, einen eigenen Spielcharacter zu erstellen.

…game’s characters tends to objectify women…
Der einzige menschliche, weibliche (Haupt)Character ist eine Soldatin, die im Schatten ihrer Soldatenfamilie lebt, sehr religiös ist, Poesie mag, gerne über ihre Familie redet, und gelegentlich ihrer Schwester schreibt. Klingt sehr nach einem Objekt für mich.

If a pre-teen, teen, young adult, or adult male plays such a game in which the women DO submit without choice…
Eins ist klar: Der Typ hat das Spiel nie gespielt. Er hat nicht mal Videos von dem Spiel gesehen. Er weiss nicht mal, worum’s in dem Spiel geht.

Then there’s the dishonesty behind the game’ title. “Mass Effect” sounds like a war game with a deadly virus that is spreading unless the GI-Joes are able to defeat the evil and deadly substance and it’s covert war plan.
Ok: Mass Effect. Masseneffekt. Das Cover sieht futuristisch aus. Könnte vielleicht was mit Planeten zu tun haben? Vielleicht sollten wir aber - um den Kolumnisten zufrieden zu stellen - das Spiel “Rette die Galaxie vor außerirdischer, künstlicher Intelligenz, die alles biologische Leben vernichten möchte, und hab’ nebenbei vielleicht eine Romanze mit einem Mitglied deiner Crew, kurz bevor ihr auf eine lebensgefährliche, letzte Mission geht” nennen. Catchy, ain’t it?

Was mich zur Überlegung bringt: Gibt’s denn eigentlich keine Gesetze gegen solche Artikel? Sowas wie “Kolumnisten oder Reporter dürfen keine Unwahrheiten verbreiten”? Oder “Grobe Verleumdung”? Oder zumindest “Schreiberlinge sollten zumindest ansatzweise Ahnung von dem haben, worüber sie schreiben, bevor uninformierte Menschen den Schwachsinn auch noch glauben”?

Und ja, Mass Effect hat eine “Sex Szene”. Beziehungsweise mehrere, es gibt drei potentielle Liebeleien - einen männlichen Menschen, einen weiblichen Menschen und eine Asari (sieht weiblich aus, ist technisch geschlechtslos, Sex geschieht durch Gedankenverschmelzung. SciFi, etc.). In keiner dieser Szenen sieht man einen ganzen Körper, geschweige denn primäre oder sekundäre Geschlechtsteile. Da sind die Szenen in Indiana Jones noch “anrüchiger”.

Einen Kommentar auf obiger Seite find’ ich jedenfalls besonders nett:

This is a soap commercial from 1993: http://www.youtube.com/watch?v=u2BihCgRweY
It features more nudity in 30 seconds than the entire 30+ hour experience of playing Mass Effect.

Sagt eigentlich alles.

Find ich auch lustig. Mass Effect wurde in Singapur verboten - latürnich nicht wegen irgendwelcher Brutalitäten oder dergleichen, sondern wegen der Tatsache, daß man als weiblicher Charakter eine Liebesgeschichte mit einem (ebenfalls) weiblichen Alien eingehen kann.

Naja, Sauberste Stadt der Welt halt.